Thursday, July 16, 2015

Türen dieser Welt

Es bringt mich aus der Fassung. Wie viele Leute sich dagegen wehren, Flüchtlingen die Türe aufzumachen. Wie viele Sätze in dieser Richtung mit "Ich stelle weder die Menschenrechte in Frage, noch bin ich ausländerfeindlich" beginnen und einem gesprochenen oder hörbar nicht gesprochenen "Aber" beendet werden. Gleichzeitig stehen viele Andere für Flüchtlinge ein und auf, versuchen zu argumentieren und zu begründen, warum es gut, gerecht, sinnvoll, gewinnbringend,... ist, fremde Menschen im "eigenen Land" aufzunehmen. Was mich dabei immer häufiger zum Nachdenken bringt: Warum braucht es diese vielen verschiedenen Argumentationen? Egal ob religiös motivierte ("Jesus war ja auch ein Flüchtling"), oder solche, die besagen, "dass das alles ja gar nicht so schlimm ist, immerhin kenne man doch bestimmt den und den - ja und der war ja auch mal Flüchtling und sei doch jetzt ein guter Bürger...", sie alle rechtfertigen und suchen wortreich nach Begründung. Warum reicht es dnn nicht schlichtweg, dass es einem Menschen schlecht geht, jemand kein Zuhause hat, um sein oder ihr Leben bangen muss? Warum ist diese himmelschreiende Ungerechtigkeit nicht schon Grund genug? Ist sie nicht Grund und die Menschen, die nach Schutz suchen, nicht Anlass genug, mir mal wieder zu überlegen, wem diese Welt denn nun gehört? Es mag naiv klingen, aber reicht das nicht? Reicht das nicht aus, um Menschen zumindest die "Tür" "Meines Landes" aufzumachen? Wer hat diese Tür überhaupt gebaut? Gehört die Welt nicht allen, die auf ihr herumlaufen?!

Sunday, February 1, 2015

Weiter im Text

Nächste Station: Hamburg. Nach 2 turbulenten Wochen daheim (in denen ich verwundert festgestellt habe, wer alles meinen Blog liest ---> WOW! Danke für's Interesse!!!)steht nun die vorerst letzte Station meiner Rumtreiberei an: Ein Praktikum im schönen Hamburg. Heute bin ich angekommen und in 12.5h beginne ich beim Andere Zeiten e.V. (www.anderezeiten.de) für 4 Wochen zu schnuppern. Auch, wenn es heute doch sehr grau draußen war, hat mich die Stadt schon wieder fasziniert: die Elbe, die Schiffe, die vielen verschiedenen Stadtteile, die Vielfalt der Menschen, das viele Grün, die vielen schönen WInkel... ich hab das Gefühl, Hamburg hat von allem einfach "viel" oder "Fülle". Und so ein Sonntag, an dem man sich die Geschäfte nur anschaut, statt reinzugehen, hat auch mal wieder gut getan! So ein richtiges Sonntags-Gefühl kam die letzten Monate eigentlich kaum auf... die Kühe, Pferde, Schafe, Hühner, Gänse und sonstiges Viehzeug hat es recht wenig interessiert, ob denn nun Werk- oder Sonntag ist. Hunger hatten die immer und verdaut eben auch. Außerdem hat in Schweden vieles ja auch sonntags auf, so dass es noch weniger Unterschiede zu den übrigen Wochentagen gab. Heute hier in Hamburg das Gegenteil: Alles Welt scheint spazieren zu gehen, mit Kindern den Spielplatz zu besuchen, Schiffe gucken, Kaffee trinken, gar zur Kirche, Frühstücken, Freunde treffen oder einfach nur den Hund lüften und dann zurück aufs Sofa. Ich finde, dadurch herrscht eine ganz besondere Stimmung in der Stadt und es war schön, dass mal wieder ein bisschen einatmen zu dürfen. So, und da ich im Nachtzug gar nicht so viel geschlafen habe. Bleibt es auch heute wieder bei bilderlosen Zeilen. Nachträge kommen bestimmt noch... irgendwann. Gute Nacht!

Friday, January 16, 2015

Zwischen den Welten

17.34, Rendsburg im Ec nach Hamburg. Von da aus weiter nach Hause. Heute endet mein Schweden- Abenteuer. Was bleiben wird davon muss sich noch zeigen. Fest steht, dass ich unglaublich viel gelernt habe, selten soviel learning by doing erlebt und so viel gute Luft abbekommen habe. Eine wunderbare Zeit liegt hinter mir, die ich sehr genießen konnte und aus der ich nochmal mehr gelernt habe, wie sehr ich Natur zum Anfassen brauche. Mein ökologisches Gewissen hat neuen Input bekommen und ich bin gespannt, was davon sich umsetzen lässt. Auch, wenn ich kaum nördlicher als Stockholm war, habe ich gefühlt unglaublich viel gesehen und nach einer Zeit der Gewöhnung auch das alleine Reisen wieder sehr genossen. Nicht weniger aber die Zeiten, in denen liebe Menschen mich begleitet haben. Die letzten Tage ( über die ich nochmal gesondert berichten werde, mit Bildern und so ;)) waren total schön, aber ich habe mich auch sehr auf daheim gefreut. Jetzt im Zug bin ich mir gerade nicht mehr so sicher. Eine Traum- Zeit geht zu Ende, aus der ich eigentlich noch nicht aufwachen will. Das schöne am Aufwachen: man merkt, dass es he'll wird und wieder was neues wartet. Und darauf will ich mich freuen. Auf neue Erfahrungen in alten Orten und alten Freunden. ( Amen)

Friday, January 9, 2015

Gedanken

Während ich meine Auszeit in Schweden nehme, nimmt sich die Welt keine Auszeit. Geschockt verfolgen wir die Nachrichten aus Paris und bangen um die Reaktionen. 12 Menschen wurden bei einem Anschlag nicht nur auf eine Satire-Zeitung, sondern auf Pressefreiheit insgesamt getötet. Was wiederum Wasser auf die Mühlen von Pegida und Co ist. Derweil sitze ich in Schweden, fühle mich erinnert an 2011, als Breiig an dem Tag um sich schoss, als wir auf dem Weg zum Jamboree in Schweden waren. Einem Pfadfinder- Treffen mit Teilnehmern aus aller Welt. Warum mich diese Gedanken jetzt einholen kann ich nicht zu 100% sagen, aber wieder wurden Menschen erschossen, die sich für Bildung und Politik (im Sinne von Zusammenleben) einsetzen. Es erschreckt mich, wie viele Leute es nun zu Pegida zieht und wie schnell dieses Feuer andere anzündet. Wir diskutieren hier immer wieder, versuchen vorauszusehen, was kommen wird. Eine Stimme im Haus sagt deutlich "World War III". Doch etwas in mir wehrt sich dagegen. Ich glaube, es ist die Hoffnung. Zu beobachten, wie viele auf fb ihre Bestürzung ausdrücken, wie viele davor warnen, jetzt zu verallgemeinern, zu sehen, dass in vielen Städten immer noch mehr Menschen gegen Pegida demonstrieren als dafür. Zu sehen, dass ein kleines Licht aus Bethlehem um die Welt geht. Getragen von Menschen, die daran glauben, dass Kommunikation aller Generationen und aller Nationen und aller Religionen ein Lösungsansatz ist. Nicht nur einer. Der Schlüssel. In diesem Sinne, lässt uns die Hoffnung nicht aufgeben und uns aufmachen, in andere Länder, zu anderen Menschen, egal ob zu unseren Nachbarn oder den Nachbarn weltweit.