Thursday, October 30, 2014

„Das Leben ist schön!“

Genau das dachte ich heute Mittag, als ich am 30. Oktober (also quasi fast November) hier auf einer schwedischen Terrasse saß, mein Gesicht und meine Arme in die Sonne hielt, Stricksachen auf dem Schoß und eine Tasse guten, süßen Espresso in der Hand. Achja, vor mir grasten drei Schafe, ein Pferd streckte den Kopf um die Ecke und eine Katze gesellte sich zu meinem Strickzeug. Meine letzte Woche auf Gotland lässt sich also sehr gut an. Die letzten Tage hatten wir viel Sonne und heute hat tatsächlich auch mal der Wind aufgehört, alles durch die Gegend zu blasen. Zwar wird es tatsächlich schon ab 15.00 Uhr dämmrig, aber mit Kamin und einer kuscheligen Katze sind auch die Abende sehr gut zu ertragen. Oder man vertreibt sich die Zeit einfach damit, Kanelbullar zu machen, so wie wir gestern – sehr, sehr, sehr lecker! Ansonsten verbringe ich gerade viel Zeit mit den Tieren, bzw. zumindest bei ihnen. Der Wallach hat sich eine böse Wunde zugezogen, die wir momentan täglich versorgen und auch so waren wir viel bei den „Jungs“ (die sich zu zweit 8 Hektar Wiese teilen!!!) und haben dort mal ordentlich gemistet. Ansonsten reißen wir geduldig Beifuß aus, kraulen kuschelbedürftige Pferde, sammeln Hagebutten oder arbeiten mit der Wolle. Das heißt dann kardieren, also Wolle kämmen oder filzen. Momentan geht die Zeit wie im Flug vorbei! Kaum zu glauben, aber am kommenden Mittwoch verlasse ich diesen Hof schon wieder. Die erste Woche hat sich ziemliche gezogen (mit schlechtem Wetter und dauerndem Umgraben), aber inzwischen fliegen die Tage nur so vorbei. Dabei muss ich aufpassen, dass ich es auch einfach genieße. Gerade beim Unkraut rupfen denkt man öfter „Boar, ist das ätzend“, oder abends „Wuaaaah, ist das kalt“. Wenn dann aber über dem Kirchturm von Rone die Sonne den Himmel orange anmalt, oder ihre Strahlen ganz besonders durch die Wolken schickt, so dass man glaubt, die einzelnen Lichtkegel zählen zu können, es im ganzen Haus nach Zimt riecht, ein wunderschöner Hengst auf einen zugetrabt kommt, ist es an der Zeit, auch einfach mal „Ist das schön!“ zu denken.

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