Monday, October 20, 2014
EIn Hof wie Katthult, oder so ähnlich
… nun wollen wir uns an das halten, was geschah, als Simone gar nicht mehr so klein war und auf dem Hof „Arche Noah“ in der Gemeinde Rone auf Gotland wohnte mit derjenigen, der der Hof gehört, Rita. Auf Der Arche Noah hatten sie auch noch zwei andere Freiwillige, eine aus Österreich, die Mara hieß und eine aus Dresden, die Lisa hieß. Denn zu der Zeit, als Simone dort war, gab es viele Freiwillige WWOOFer. Sie gruben um und versorgten die Pferde und anderen Tiere, sie kümmerten sich das Heu und bereiteten das Gemüseland vor, sie verarbeiteten die Produkte und putzten und sangen sich gegenseitig etwas vor.
Nun wisst Ihr, wer auf der Arche Noah wohnte: Besitzerin Rita, Mara Lisa. Außerdem sechs Pferde, drei Schafe und zwei Katzen. Und dann Simone.
Die Arche war ein kleiner alter Hof mit einem blaugestrichenen Haus, das zwischen Apfelbäumen und Flieder auf der flachen Insel Gotland lag. Rund herum gab es Äcker und Wiesen und Haine, etwa 5 km weiter das Meer und mehrere kleine Wälder.
Es war richtig ruhig und friedvoll, denn leider gab es hier keinen Michel, der Quatsch machte.
Wenn Du aber jemals auf so einem Hof wie der ARche gewesen bist, dann weißt Du, dass sich dort ganz schön viele Häuser drängeln. Man kriegt (vielleicht) Lust, Verstecken zu spielen, sobald man dorthin kommt. Auf der ARche gab es nicht nur eine SCheune und einen Stall für die Pferde und die Schafe und einen weiteren Offenstall und einen weiteren SChafstall, sondern auch noch eine (kleine) Menge anderer kleiner Häuser und SChuppen.
… Und wenn Du jemals auf so einem Hof gewesen bist, dann weißt Du, dass es dort ganz schön viel Arbeit gibt.
Und die packen wir fleißig an: Die Wassertonnen werden täglich per Hand geleert, das Gemüsebeet für nächstes Jahr ist schon bald fertig umgegraben, kleine Plastikteile aus dem Heu gefischt und viele Hagebutten für die Pferde gesammelt. Außerdem haben wir begonnen, Stuhlkissen aus Schafswolle zu filzen. Das Ganze nennt sich so was wie „vegane Felle“, denn es sieht aus, wie ein gewöhnliches Schafsfell von einem geschlachteten Schaf, wird aber eben nur mit abgeschorener Wolle hergestellt (wer mehr wissen will: http://archenoahgotland.wordpress.com/wool-handicraft/)
Am Wochenende haben wir einen Ausflug ans Meer gemacht und waren in Hemse in der Kirche. Total schön! Ansonsten gestaltet sich das Zusammenleben hier sehr beschaulich, besonders an das frühe Zubett-Gehen muss ich mich noch gewöhnen (10 Stunden Schlaf die Nacht bin ich einfach nicht mehr gewöhnt). Alles ist ganz einfach, aber so langsam gewöhne ich mich daran. Das Stricken habe ich wieder entdeckt und verbringe viel meiner Freizeit mit den Pferden (in den Hengst habe ich mich Hals über Kopf verliebt). Es ist total schön, wie Rita uns hier in ihre Planungen einbindet und wir gemeinsam überlegen, was eine Vermarktungsstrategie für ihre Produkte sein könnte. Es ist wirklich alles handgefertigt. Die Wolle wird kardiert (also gebürstet) und dann verwendet, um die Felle herzustellen. Wer mal per Hand Wolle ausgebürstet hat, weiß, dass das einiges an Arbeit ist.
Am Donnerstag wollen wir vielleicht mal nach Visby, der Hauptstadt der Insel, um ein bisschen zu shoppen und ein bisschen Tourist-Kram zu sehen ;)
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